JAHRESBERICHT


Jahresbericht 2011

Es war einmal eine Präsidentin, die schrieb Jahr für Jahr den Jahresbericht für einen Chor. Eines Tages dachte sie bei sich: 14 Jahre sind genug und gab ihr Amt an einen kompetenten Nachfolger ab. Dieser war von Beginn weg sehr engagiert und voller Tatendrang, und so begab es sich, dass er als eine seiner ersten Amtshandlungen gleich das Schreiben des Jahresberichtes als Angelegenheit des Vizepräsidenten verordnete. Seltsamerweise war aber genau jene Altpräsidentin in diese Position gerutscht, so dass sie sich also wie gewohnt im Januar vor dem PC wiederfand, um den Jahresbericht vor sich hin zu tippen.

Dabei fragte sie sich: was müsste ich wohl tun, dass der Herr Präsident seine Zuständigkeitsliste noch einmal überdenken würde und den Jahresbericht zum Beispiel zur Sache eines Rechnungsrevisors machen würde?

Lange grübelte sie über dieser Frage. Da kam ihr ein Gedankenblitz! Immer hatte man ihr gesagt, sie würde originell-lustige Berichte schreiben. Ständig wurde beim Verlesen gelacht. Ha, sie lachte sich ins Fäustchen und dachte: wenn ich nun einen dramatischen Bericht schreiben würde, so, dass sich alle zwecks Fehlens eines Taschentuches in den Ärmel schnäuzen müssten, DANN, ja dann hätte sie wohl definitiv ihren letzten Jahresbericht geschrieben.

Sehr amüsiert über diese Gedanken rieb sie sich die Hände, knackte noch einmal mit den Fingern, spitzte die Tasten und begann zu schreiben.

 

Drama, erster Akt:

Der Ernst des Vereinslebens nahm im Jahr 2011 am 6. Januar mit der ersten Probe seinen Anfang. War daas ein Drama! Ausgerechnet am 6. Januar! Alle wären lieber zu Hause geblieben um den ganzen Abend Drei-königskuchen zu essen, bis mindestens jeder in der Familie einmal auf den König gebissen und dabei eine Zahnplombe verloren hätte.

 

Am darauffolgenden Samstag, den 8. Januar sangen wir im Gottesdienst noch einmal Weihnachtslieder. Alle schnupften vor sich hin, weil die schöne Weihnachtszeit nun endgültig vorbei war, und weil das Christkind doch nicht ganz genau das gebracht hatte, was man sich so sehnlichst ge-wünscht hatte.

Anschliessend fand die Generalversammlung im Restaurant zur Brücke statt. Dort ging das Drama unvermindert weiter, waren wir doch mit einem Mitglied minus in der Mitgliederliste voll in den roten Zahlen.

 

Das Jahr nahm seinen Lauf.

Es kam die Fasnacht, aber auch diese war ein einziges Desaster, weil Brigitte vergessen hatte, ihr Konfetti, das sie sonst doch immer mitbrachte um es wild herumzuwerfen, doch tatsächlich vergessen hatte! War daas traurig!

Die logische Konsequenz war selbstverständlich, dass wir uns alle am Aschenmittwoch eine gehörige Portion Asche auf das Haupt streuten!

Am dritten Fastensonntag fand auch in diesem Jahr wieder der ökume-nische Gottesdienst statt, welchen wir zusammen mit dem reformierten Kirchenchor mit Liedern umrahmten. Daas war wieder ein Drama, als unsere Gäste mit Entsetzen bemerkten, dass es bei uns für eine reinere Stimme Riccola Kräuterbonbons gab, wo sie doch bei ihnen soo auf isländisch Moos schwören! Trotzdem die Nerven deswegen blank lagen, kam gesanglich ein schönes Werk zusammen.

 

Zerknirscht schritten wir weiter durch die Fastenzeit.

Auch der Palmsonntag war sehr traurig, sangen doch unsere Männer in diesem Jahr keine Choräle. Das war jetzt wirklich ein Drama, denn immer-hin EIN Mal im Jahr standen sie sonst brav und gesittet da, als könnten sie kein Wässerchen trüben!

Die Karfreitagsliturgie gestalteten wir mit, indem wir traurige Lieder sangen.

 

Jetzt, wo wir den Höhepunkt an Traurigkeit erreicht gehabt hätten, kam die Osternacht dazwischen. War daas ein Drama, bis wir unseren Gemütszu-stand nur einigermassen umgepolt hatten. Und dies war sehr angebracht, denn wir brachten die neu erlernte Krönungsmesse von Mozart zur Aufführung. Dies machte uns und den Zuhörern soviel Freude, dass es eigentlich gar nicht so in mein Drama passt, und dies ist ein Drama!

Traurig am Ganzen ist bloss, dass wir nun das Kyrie noch nicht können, da dieses in der Osternacht fehl am Platz gewesen wäre!

Vielen Dank liebe Sylvia, dass Du den Mut hattest, dieses Werk mit uns einzustudieren, es hat wirklich viel Freude gemacht.

 

Jetzt aber schnell zurück zu unserem Drama! Nach Ostern hatten wir  zwei Wochen Chor-Ferien! Wie unpassend, jetzt, wo wir nach diesem Erfolgs-erlebnis  am liebsten nur noch gesungen hätten. Ich mag mich noch gut an den ersten freien Donnerstagabend erinnern, wie ich heulend dagesessen habe, Nastuch um Nastuch tränkte, bis ich kurz vor zehn Uhr sogar noch einen Bodenlappen holen musste. Soo ein Drama.

 

Zum Glück durften wir aber nach zwei Wochen wieder singen.

Am 14. Mai fuhren wir ins Altersheim nach Laufen, um den Bewohnern ein Ständeli zu bringen. WELCH ein Drama, bis wir unseren Mannen beigebracht hatten, dass wir nun wirklich in Englisch singen würden, da half ihnen alles Heulen und Zähneknirschen nichts. 

Gut, wir haben dann gesungen, und ich weiss jetzt nicht so recht, woran es gelegen hatte, dass hier und da ein Bewohner das Taschentuch zücken musste. Ob wir soo rührend gesungen haben, oder ob ihnen die Aussprache der englischen Sprache gewisser Mitglieder die Tränen in die Augen trieb!

Lassen wir es mal so stehen.

Nach dem Singen und Apero ging es himmeltraurig weiter, weil wir in diesem Jahr nämlich nach dem Altersheim nicht bei Imarks einkehren durften. Nein, wir mussten sofort nach getanem Gesang zurück nach Grellingen, wo uns bereits ein Paparazzo erwartete. Es galt, neue Fotos für unsere Internetseite zu erstellen, was wiederum in einem Drama endete, da wir erst spät bemerkten, dass jemand im  Bass nicht „comme il faut“ gekleidet war, was eine desaströse Kittelaustauschaktion zur Folge hatte.

Weiter war es sehr traurig, dass Irene nicht dabei sein konnte. Doch die Vizepräsidentin versprach, Irene im Nachhinein in das Bild zu mogeln. Soweit, so gut! Irenes Kopf sass fast perfekt, bis die Moglerin bemerkte, dass man beim ganz genau hinsehen feststellen konnte, dass Irene keine Beine besass! WAS für ein Drama! Das konnte  nur gelindert werden, indem im Bild Esthers Beine zum Kopieren geklaut wurden und diese dann Irene untergeschoben wurden!

 

Die Proben liefen weiter und wir übten die Rihovski-Messe für Pfingsten. Da Sylvia dramatischerweise an Pfingsten nicht im Raume Basel weilt, wurde wiederum eine Vertretung für sie gesucht und in Willy Berger gefunden.

Das war ja ein Erlebnis, unter diesem quirligen, originellen und kompeten-ten Mann zu singen. Allerdings war es auch sehr beelendend, als er uns zum Beispiel das Kyrie ohne Unterbrechung singen liess und danach mit gequältem Ausdruck sagte: „Jä, es isch Villes schön gsi!“ Die meisten erkannten die Absicht dieser Worte und schnieften sich schon heimlich in den Ärmel. Welcher Trost jedoch, den überaus freundlichen und wohlwol-lenden Umgangston von Herrn Berger zu vernehmen, als er zum Beispiel bei unserem Organisten höflichst anfragte: „Hätt uns dr Franz ächt es G?“

Ich glaube, wir alle freuen uns schon auf einen nächsten Besuch von Herrn Berger.

 

Am 30. Juni fand der traditionelle Bündelibummel statt. Das war für mich persönlich der Höhepunkt des Dramas und war an Traurigkeit nicht mehr zu überbieten, denn – man hält es nicht für möglich, aber nach einem sehr warmen Frühling war doch tatsächlich die Kirschenernte schon vorbei. Hat die Welt schon einmal so etwas erlebt? Ein Bündelibummel mit leeren Kirschbäumen BEVOR wir vorbeikamen?!

Niedergeschlagen und total verheult kamen wir am Ziel, dem Restaurant Stachel in Blauen an, wo uns aber ein wunderbares Essen wieder auf-heiterte, so dass der Abend nicht allzu dramatisch endete!

 

Dann kam wieder das traurige Übel mit den Ferien! Donnerstag um Donnerstag wussten wir nichts mit dem freien Abend anzufangen. Alleine der Umstand, dass wir in der letzten Ferienwoche schon vorzeitig wieder die Proben aufnehmen konnten, verhinderte, dass aus dem Drama eine Tragödie wurde.

 

Drama, zweiter Akt:

Die erste Probe nach der Sommerpause galt ganz dem Laurentiusfest vom 14. August. An diesem Tag wurde das 175 Jahr Jubiläum unserer Pfarrei gefeiert. Wir sangen im eindrücklichen Festgottesdienst die Johannismesse von Joseph Haydn. Auch wenn ich mir noch so viel Mühe gebe, ich finde an diesem Tag nichts Trauriges, denn nach dem Gottesdienst waren wir alle auch noch zu einem feinen Mittagessen im Pfarreiheim eingeladen, welches wir sehr genossen. Jaaa, wenn ich es mir gut überlege: EIN Drama spielte sich auch dort ab, nämlich, dass ausgerechnet am Fest von Laurentius zum Mittagessen grilliert wurde. Aber, lassen wir das und denken besser nicht länger darüber nach.

 

Danach gingen wir wieder zum Ernst des Chorlebens zurück. Einige Auf-tritte in Gottesdiensten standen an, und es wurde mit viel Eifer geprobt. Besonders lobenswert ist dabei unsere Dirigentin Sylvia, die uns stets sehr engagiert und verständlich leitet. Was tun, wenn zum Beispiel der Bass mit seinem Einsatz in einem Marialied immer zu früh einsetzt? Nicht verzagen, Sylvia weiss Rat indem sie den Bässen dramatisch erklärt: „hört Mal, der Tenor kommt eine Maria früher als ihr!“

Nun war alles klar!

 

Drama, dritter Akt:

In den Proben wurde für das Finale des Jahres geübt, das Adventskonzert zusammen mit dem reformierten Chor und Weihnachten.

Zuerst fand aber noch eine besondere Aktion statt. Zum Zwecke der Mit-gliederwerbung mieteten wir am Grellinger Weihnachtsmarkt einen Stand und warben was das Zeug hält. Gleichzeitig verteilten wir als Zückerchen wunderschöne, von Maggie und Flavia gebackene Noten, was wir hier noch einmal herzlich verdanken möchten. Alles wäre gut gewesen, wenn nicht doch wieder das Drama durchgedrungen wäre! Denn wir konnten bis zum heutigen Tag niemanden wirklich überzeugen, dem Chor einen Probe-Besuch abzustatten. Kein Wunder trank eine Sopranistin soo in ihr Elend Glühwein, dass sie sich nur noch am Fahnenmast festklammern konnte!

 

Mit dem Üben auf das Adventskonzert ging das Drama dem Höhepunkt im dritten Akt entgegen! Was uns die arme, unschuldige Sylvia an Noten-material verteilte, war an Dramatik nicht mehr zu überbieten, und alleine schon vom Versuch, Noten und Worte zu entziffern liefen uns die Tränen runter. Es truurigs Luege, isch es gsi!

Nicht sehr positiv gestimmt ging es schlussendlich zur gemeinsamen Probe, die dann, wen wundert’s, himmeltraurig verlief.

Aber, oh Wunder, am Sonntag bei der Aufführung klappte es plötzlich, und das bleibt für mich das Rätsel in diesem dritten Akt.

 

Sehr schön verlief dann zwei Wochen später die Mitternachtsmesse mit der Aufführung der Missa Pastoritia von Karl Kempter.

Damit ging auch unser Vereinsjahr zu Ende. Es war ein eher ruhiges Jahr, jedoch immer wieder gespickt mit Highlights.

Es bleibt mir zu danken, Sylvia für die tolle Chorleitung, Peter für die tadel-lose Führung und Organisation durch das Jahr, Franz für die Begleitung und schliesslich uns allen für das Engagement im Chor und für das freund-schaftliche Zusammensein.

 

Hiermit beende ich mein Drama, in der Annahme, dass ich nun nach diesen himmeltraurigen Zeilen fristlos aus dem Jahresberichtschreibeamt ent-lassen werde.


Jahresbericht 2010
incl. kleiner "präsidialer" Rückblick

Nun kommt er endlich, der Jahresbericht 2010. Unterdessen wisst Ihr, dass es mein letzter Bericht als Präsidentin ist. Und damit Ihr über meinen Rücktritt wirklich froh und erleichtert sein werdet, habe ich für heute einen sehr langen und verwirrten Text zusammen gestellt!

Haltet Euch also gut fest, am besten an Tisch und Stuhl, denn es geht ziemlich wild um diverse Kurven!  

Am 7. Januar nahmen wir die Vereinstätigkeit mit der ersten Probe im neuen Jahr auf, um gleich zwei Tage später noch einmal Weihnachtslieder im Gottesdienst zu singen. Zum ersten Mal fand an diesem Abend nicht auch die Generalversammlung statt. Diese wurde auf den darauffolgenden Donnerstag, 14.1. verlegt, da einige Mitglieder ansonsten verhindert gewesen wären.

 

Apropos Generalversammlung, da kommt mir gerade in den Sinn: die allererste GV in unserem Verein fand 1897 statt, nämlich genau 100 Jahr bevor ich in das Amt der Präsidentin gewählt wurde. Das heisst, in meinem ersten Jahr fand gleich die Hundertjahrfeier statt. Ui, das war ein schönes Fest, das wir mit einem Cäcilienfest und einer Orchestermesse zusammen feierten. Und ich, als Präsidentin, die noch feucht hinter den Ohren war, musste eine Ansprache halten. Oh, ich sei gar nicht nervös gewesen, sagte man mir! Und dabei haben meine Knie soo geschlottert, dass meine Kniescheiben schon motzten: wenn du jetzt nicht aufhörst, dann ziehen wir aus!

 

Aber zurück zum Jahr 2010:

Um gemütlich zusammenzusitzen hatten wir bereits am 22. Januar Gelegenheit. Denn Flavia feierte ihren 40. Geburtstag und hat uns alle dazu nach Bretzwil eingeladen. Da wurde sogar eine Meisterschaft am Döggelichaschte ausgetragen, und an schmackhaften Dingen für das leibliche Wohl hat es auch nicht gefehlt. Sehr herzlichen Dank, liebe Flavia für Deine Einladung.

 

Da 2010 das Cäcilienfest in Grellingen stattfand, begannen wir schon im Februar mit einer ersten gemeinsamen Probe unter der Leitung von Sylvia. Die Laufentalerchöre pilgerten also zu uns ins Pfarreiheim und wir gaben erste Töne vom schönen, ausgewählten Werk: Kantate A+Ω“ von Viktor Hug von uns. Uiiii – uiiii, dachte ich… und sonst dachte eigentlich nichts weiter!

 

Apropos uiiii-uiiii: Das hörte man über die Melchee-Frutt erschallen, als wir unseren ersten Skitag im Jahr 2000 dort oben veranstalteten. Ob auf den Skiern oder dem Schlitten, wir hatten unseren totalen Spass. Der gipfelte für René im Jahr 2002, als er dem verkaterten Dominik die Skischuhe auszog und auf seinen Brettern mit uns los über die Pisten sauste.

Aber zurück! (räusper!)

Auch im vergangenen Jahr fehlte der ökumenische Gottesdienst am dritten Fastensonntag nicht, an dem wir gemeinsam mit dem reformierten Kirchenchor einige Lieder aufführten.

 

Schon bald ging es auf die Karwoche zu. Sie wurde unter anderem von unseren Mannen eingesungen, die wie gewohnt schön und ungewohnt brav unter der Leitung von Raimund Thüring Choräle sangen.

Dann ging unser Singen in der Karfreitagsliturgie weiter, bevor wir dann als Höhepunkt in der Osternachtsliturgie die Rihovskimesse zur Aufführung brachten. Auch in diesem Jahr durfte unser Osterhasenamt nicht fehlen, und so wurden die von einigen Mitsängerinnen schön gefärbten Eier nach dem Gottesdienst zu einem fröhlichen Tütsch an alle Kirchenbesucher verteilt.

An dieser Stelle wieder einmal einen herzlichen Dank für die tolle Arbeit.

 

Apropos Ostereier: diesen zur Tradition gewordenen Brauch führten wir erstmals im Jahr 2001 ein. Der Osterhase war uns sehr dankbar, dass wir ihm einen Teil seiner Arbeit abnahmen.

 

Auch in letzten Jahr wurde der Jahresverlauf genau eingehalten und es dauerte von Ostern genau 40 Tage bis Pfingsten, - und schon stand wieder ein sehr schönes Werk auf dem Programm. Unter der Leitung von Stefanie Martin, die glücklicherweise wieder die Vertretung von Sylvia übernehmen konnte, sangen wir die Missa Pastoritia von Kempter.

 

Danach ging es schon langsam auf die Sommerpause zu, die wir ja traditionsgemäss mit dem Bündelibummel einläuten. Diesmal war unser Ziel die „Blauen Reben“. Ob ganz zu Fuss, teils zu Fuss, ganz per Auto oder zu vier-fuss, äh, ich meinte natürlich an Stöcken, am Ziel genossen wir einen gemütlichen und fröhlichen Abend. Sogar der Mond hat sich etwas ganz Spezielles einfallen lassen, indem er sich ausgerechnet in dieser Nacht ganz rund machte und wunderschön rot in der „Blauen Landschaft“ aufging!

 

Apropos Bündelibummel: da kommt mir in den Sinn, dass wir im Jahr 2000 Kirschen auf der Holle gegessen haben, 2001 Kirschen auf dem Weg zur Steinegg, im Jahr 2002 musste ein Baum in Nenzlingen dran glauben, gefolgt von den Kirschen in Pfeffingen im Jahr 2003, welche wir aber lieber hängen gelassen hätten, weil wir danach von Pfarrer Droz zu einem Super-Nachtessen in der Mühle eingeladen waren. Da hatten die Kirschen vor dem Eigenhof im Jahr 04 wieder besser Platz. Im Jahr 05 fiel leider das Kirschenessen aus, da es regnete und wir mit dem Auto nach Zwingen fuhren. Dafür schmeckten sie im 06 umso besser in Pfeffingen, und erst die vor der Steinegg im Jahr 07. Leider fiel der traditionelle Vitaminstoss im Jahr 08 ganz aus, weil es entlang der Birs einfach keine Bäume hatte, und wir waren doch so lieb bei Sylvia anlässlich ihres 50. Geburtstages in Birsfelden eingeladen. Ebenfalls Keine Kirschen gab es im Jahr 09, weil wir da im Chessiloch grillierten und zusammen mit dem Ref. Kirchenchor einen sehr gemütlichen Abend verbrachten und die tollen Grillkünste von Guido und Friedel geniessen konnten. Ein Kirschendesaster war auch das letzte Jahr, waren die guten Früchtchen doch einfach noch nicht reif!

Jaa, das war wohl die Strafe für die Dreistheit für diese paar Kirschenesser, die es einfach nicht lassen können!

Aber: wo war ich? Ach so! Ich bitte um Entschuldigung: die Kirschen haben hier eigentlich gar nichts zu suchen. Ihr hört es, auf mich ist heute kein Verlass!

 

Apropos Verlass: zwei Mal in meiner Präsidialzeit verliess uns ein Dirigent. Oh weh! Im Jahr 2002 gab Raimund nach 38 Jahren seinen Dirigentenstab weiter. Nach einigen Anstrengungen konnten wir Thomas Vielemeyer gewinnen. Wir haben mit ihm sehr viel Schönes erlebt, ich erinnere mich gerne an das Adventskonzert im Jahre 2003. Das war wirklich ein tolles Erlebnis, sieht man von der gähnenden Leere in unserer Kasse danach mal ab!

Umso grösser war mein Schreck, als er mir 2005 mitteilte, dass er uns wieder verlassen werde. Es begann eine unselige Suche mit diversen Probedirigaten. Das erste war schon ein blutiges Drama, weil die Dame mit soo viel Verbissenheit erschien, dass sie sich gleich beim Betreten der Empore an unserer Orgel eine Platzwunde zuzog.

Da einige von uns kein Blut sehen können, musste ich der Dame leider absagen.

Es folgte ein währschafter Diktator, der gleich zu Beginn dem Tenor nur eine Chance liess. Also gut, auch hier stand mir eine Absage bevor. Es haben sich noch mehr gemeldet, einer seltsamer als der andere. Am besten hat mir aber der Herr gefallen, der vor Schreck immer gleich krank wurde, bevor er uns dirigieren sollte. Als er dann auch noch von den Masern überfallen wurde, gaben wir auf, - und er auch, denn er hat sie nie mehr gemeldet.

Daa kam uns die Glanzidee, dass uns doch einmal eine Frau Wilhelm an Weihnachten in Vertretung so gut dirigiert hatte. Ich nahm mit ihr Kontakt auf…. Und juhee, da sitzt sie heute immernoch bei uns. Das war damals vielleicht eine Erlösung für mich.

Aber ehrlich, Marianne! Wolltest du nicht einen Jahresbericht verlesen? Sorry!

 

Also weiter:

Nach unseren Sommerferien trafen wir uns am 5. August wieder zur ersten Probe und sangen am Samstag darauf in der Vorabendmesse zu Ehren unseres Kirchpatrons Laurentius.

 

Apropos Laurentiuskirche! Diese wurde im Jahre 2006 renoviert. Es sollte mein schwierigstes Jahr im Amt werden. Die Kirche wurde renoviert und uiiii-uiii-uiiii das wirbelte sehr viel Staub auf. Aber dank dem guten Willen aller hier Anwesenden sind wir gemeinsam dem Staub Herr geworden, und das ist für mich das Schönste und das Allerwichtigste.

 
 

Am Samstag, 14. August hiess es für alle „Früh aufstehen“. Unsere für einmal eintägige Vereinsreise stand auf dem Programm. Mit dem Car fuhren wir nach Romanshorn, wo wir uns bei schönstem Sonnenschein im Hafen umsahen und unwillkürlich bei einem Apero landeten. Danach stiegen wir ins Schiff und während dieses uns zur Insel Mainau fuhr, durften wir ein köstliches Mittagessen geniessen. Standortgemäss gab es für fast alle Fisch.

Auf der Blumeninsel konnten wir dann die bezaubernden Gärten und Häuser, Anlagen und Weiher bewundern. Herrlich, was dort alles in Blüte stand, was duftete und leuchtete. Ich glaube, alle genossen den grösseren oder kleineren Rundgang. Und am Nachmittag trafen wir uns alle wieder pünktlich beim Bus… pünktlich? Jaa, ausser der, der immer zuerst zu den Proben erscheint. Aber immerhin erkannte man am daher eilenden Laufschritt sein schlechtes Gewissen, - und wir haben uns amüsiert.

 

Apropos Peter, da kommt mir gerade das Heidi in den Sinn! Das war ja auch eine tolle Reise, als wir uns am Abend das Heidi-Musical am See anschauen konnten. Überhaupt haben wir in den letzten Jahren immer sooo schöne Reisen gemacht, sei es in Grindelwald, das „bei Vals“ liegt, oder als wir hoch zu Ross und Kutsche durch das Appenzellerland und beim „Ebnööter“ vorbei fuhren. Oder im 2004, als wir mit dem Trottinet das Niederhorn heruntersausten, wobei dies Thomas soo durcheinander gebracht hatte, dass er im Hotel die Dame am Empfang gleich mit einer Blumenvase bewarf, worüber diese und ihr PC komischerweise gar nicht begeistert waren. Thomas war jedoch selber sehr arm dran, weil er doch genötigt wurde, bisher für ihn unvorstellbar in den Bergschuhen zu singen und dirigieren.

Oder könnt Ihr Euch noch an Vallobe erinnern? Dort gingen wir mit der Stirnlampe in die Tropfsteinhöhle, und dafür am drauffolgenden Tag in Romain Motier durch die Kastentüre auf’s WC.

Ach jaa, aber ich wollte ja über die letztjährige Reise schreiben. Also, Vorsicht! Scharfe Kurve!

 

Kaum sassen wir nach dem Besuch der Insel Mainau wieder im Bus, begann es zu regnen, jaa, Petrus muss uns schon gerne haben!

Das Nachtessen genossen wir dann noch in einem feinen Restaurant in Stein am Rhein, bevor wir dann wieder nach Hause fuhren. Es war ein sehr schöner, gemütlicher Tag und ich denke, wir alle hatten sehr viel Spass.

 

Apropos Spass: Den hatten wir neben unserer Arbeit auch jede Menge am Jubiläums der ref. Kirche Laufen im Jahr 2002. Wir öffneten wieder unser „Kaffi zum goldige Noteschlüssel“ und brauten Kaffee und servierten Kuchen, was das Zeug hält! Dort erfuhren wir nach einem Besuch auch, dass wir von einem Grossvater dirigiert wurden!

 

Könnte es sein, dass ich schon wieder abgewichen bin? Also, Kurve, und zurück!

Der Herbst war für uns alle eine sehr probenintensive Zeit, galt es doch, uns auf die zwei grossen Anlässe vorzubereiten. Da war zum einen das Cäcilienfest, das wie schon erwähnt in Grellingen stattfand und deshalb mit allem Drum und Dran von uns organisiert werden musste. Zum andern wurden wir vom Kammerchor Laufen angefragt, ob wir mit ihnen und dem Kammerorchester Laufental / Thierstein zusammen ein Adventskonzert singen würden. Sowohl für das Cäcilienfest, wie für die Konzerte musste heftig geübt werden, aber zu sehen, wie es immer mehr gedeihte, machte auch grosse Freude.

 

Zuerst gab es aber noch etwas zu feiern. Raimund konnte seinen 75. Geburtstag begehen und eine Delegation konnte auch noch am 9. Oktober in der strahlenden Sonne seinen Garten (und das, was auf dem Tisch stand) geniessen.

Nochmals alles Gute und herzlichen Dank für den fröhlichen Nachmittag.

 

Apropos fröhlich: da kommt mir gerade jene deutsche Frau in den Sinn, die auf der Reise mit uns im Zug sass und meinte, weil es bei uns sehr lustig und laut zuging: „Das muss aber sehr ruhig sein in eurem Dorf, wenn ihr alle fort seid!“

 

Wo war ich? Ach so:

Am 20. November war es dann soweit. Nach grosser Vorbereitung fand das Cäcilienfest statt und wir führten die Kantate A+Ω“ von Viktor Hug auf. Schon lange sagte ich nicht mehr uii, uii! Denn es war klar: jetzt hatten alle Chöre kräftig geübt und unter der Leitung von Sylvia kam eine sehr schöne Aufführung zustande, an die ich mich sehr gerne erinnere.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich alle zum Nachtessen in der Mehrzweckhalle, und nun machte es sich bemerkbar, wie gut die Vorbereitung wirklich war! Denn ich glaube ich darf sagen, es klappte alles wie am Schnürchen. Sogar unser Auftritt mit unserem Lieblingslied Siyahamba – unsere Männer stöhnten selbstverständlich niiie über die Zulu-Sprache – gelang sehr gut!

Die Echos, die wir über das Fest erhielten, waren durchwegs positiv, und ich möchte an dieser Stelle noch einmal allen von ganzem Herzen danken für den grossen Einsatz, den Ihr zum Gelingen des Anlasses geleistet habt. Es war für mich sehr beeindruckend, das Engagement und gleichzeitig die Fröhlichkeit untereinander zu spüren. Meinen grössten Dank möchte ich jedoch an Peter richten. Er hat den allergrössten Teil der Vorbereitung übernommen, und dass alles so geklappt hat, haben wir vor allem ihm, und auch dem restlichen Vorstand zu verdanken. Merci villmol!

 

Apropos Fest vorbereiten: ich war erst das zweite Jahr Präsidentin, da hatten wir nach dem Jubiläum schon den zweiten Grossanlass: das Tunnelfest! Uii, das lief wiie geschmiert, weil alle nach dem Besuch des kühlen Tunnels Kaffeegelüste hatten und in unserem „Kaffee zum goldige Noteschlüssel“ einkehrten. Mengenmässig erinnere ich mich nur noch daran, dass ich im Zentrallager eigentlich 10 Liter Rahm bestellt hatte, wir aber schlussendlich 32 Liter benötigten! Und dann wurden in den 2 Tagen auch noch 120 Kuchen verspiesen!

 

Aber um auf meinen Jahresbericht zurück zu kurven:

Drei Geburtstage gab es im November auch noch zu feiern. Viviane wurde am 2. ein halbes Jahrhundert jung. Und am 23. feierte Brigitte die lustige Zahl ihres umgekehrten Jahrgangs. Bestimmt durften wir deswegen jede Menge Fischknusperli im „Brüggli“ verzehren! Und ausgerechnet an diesem Donnerstag kam die stets hungrige Sylvia nicht mit ins Restaurant! Soo ein Pech aber auch! Dir Brigitte nochmals herzlichen Dank.

Der dritte Geburtstag feierte unser Ehrenmitglied Max Vögtlin. Es war sein 85.

Eine Delegation machte sich zu einem Besuch auf, von dem wir schon vorher wussten, dass er genau eine Stunde dauern würde. Also gaben wir Gas, stürmten in die gute Stube, lachten, assen und tranken, sangen Happy Birthday und auf Wunsch auch noch vierstimmig den „Bärgfink“. Alle hatten es schaurig lustig, Maria Kaiser, die auch dort war, fühlte sich 20 Jahre jünger. Dafür sah Markus etwas älter aus, als er Marias Strickmütze über seine Ohren zog.

Zusammengefasst: wir gaben alles, und nach einer Stunde kehrte wieder Ruhe ins Hause Vögtlin, das sich aber über unseren Besuch sehr gefreut haben muss.

 

Apropos Ehrenmitglied: Uii, das war auch ein Fest, als wir mit unserem Ehrenmitglied Franz Born seinen 80. Geburtstag und gleichzeitig Franz‘ und Roswiths goldene Hochzeit feiern durften! Daran erinnere ich mich auch sehr gerne. Und dabei auch an das Gartenzwergli Elisabeth, das die dicksten Zwiebeln aus Franz‘ Garten zauberte!

 

Im Dezember – und jetzt spreche ich „im Fall“ wieder vom letzten Jahr - galt es ernst mit den zwei Konzerten. Wie erwähnt führten wir zusammen mit dem Kammerchor Laufen, dem Kammerorchester Laufental / Thierstein und verschiedenen Solisten ein Adventskonzert auf. Dieses bestand aus vier Gesängen für die Chöre, alle von französischen Komponisten aus der Romantik und dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint Säens. Es war ein sehr intensives Üben auf den Anlass hin, auch noch mit einem Probenwochende im November. Claire, die Chorleiterin des Kammerchores hatte uns mit ihrem französischen Temperament, aber auch mit ihrem Charme fest in der Hand. Disziplin war gefragt, obwohl es bei ihren Sprüchen gar nicht so einfach war, nicht lachen zu müssen. „Aber, meine Herren, dieser Ton ist nicht gereinigt“, tönte es, oder „Mund auf, Soprane, faites le lion!“ Einmal drohte sie den Männern: „Wer jetzt noch mit den Frauen einsetzt, singt am Konzert Sopran!“ „Aaach, singt nicht solche Schweizer-A’s, ça me plait pas du tout!“ Ein ander Mal: „Mais les Bass, ihr steht im Keller!“ Solches und noch viel mehr bekamen wir zu Ohren, jedoch die Wirkung, die sie bei uns allen hatte, war enorm.

So führten wir die Werke zweimal auf, am Samstag, 4.12. in St. Louis und am Sonntag, 5.12. in der Kirche von Zwingen. Es waren sehr gelungene Konzerte, die uns sehr viel Freude bereiteten und auch die Zuhörer erfreuten. Ich denke, der grosse Aufwand aller Beteiligten hat sich sehr gelohnt. Auch die Zusammenarbeit mit beiden Chören und Orchester, mit allen drei Dirigentinnen klappte sehr gut.

 

Apropos klappen: seit dem Jahr 2003 klappt es mit unserer Internetseite recht gut. Oookay, manchmal hinken wir etwas nach, aber wir geben uns Mühe, und dies vor allem Esther, weshalb ich ihr hier auch sehr herzlich danken möchte! Und,  immerhin, damals waren wir bei den Ersten der kleinen Vereine, die einen Internetauftritt vorweisen konnten.

 

Aber, ich war ja bei den zwei gelungenen Konzerten!

Umso mehr freuten wir uns, dass wir an Weihnachten Teile des Konzertes noch einmal in unserer Mitternachtsmesse aufführen durften.

Die Hauptprobe in unserer Kirche war dann zunächst jedoch eine Ernüchterung: die Orgel ist eben so weit weg, dass sich unsere jeweiligen Töne ca. über der dritten Bankreihe vor dem Kreuzgang trafen, sich vermischten und dann ziemlich schräg und verzögert jeweils zum Organisten und zu uns zurück-kehrten!

Gegrummel machte sich breit, und dann der feste Entschluss von Markus: wir holen die Truhenorgel wieder! Und so war es dann auch, - zum Glück, denn auch die Mitternachtsmesse unter der Leitung von Sylvia ist gut gelungen und bleibt uns bestimmt noch lange in guter Erinnerung.

Noch einmal herzlichen Dank an Alle, für das grosse Engagement, das ganze Jahr hindurch, speziell aber in den letzten zwei Monaten. Ganz speziell danken möchte ich Sylvia, die uns mit viel Geduld und Können das ganze Notenpaket gelernt hat. Wie an Weihnachten geschrieben: zuerst waren es nur Noten. Doch wenn man das Licht entzündet, dann wird die Musik wie Sterne, die nachts hell leuchten. In diesem Sinne möchte ich meinen Bericht über das Jahr 2010 abschliessen und uns allen weiterhin sehr viele schöne Stunden zusammen mit den Sternen der Musik, aber auch der fröhlichen Gemeinschaft wünschen.

 

Apropos Sterne! Ich weiss, dass Ihr jetzt nach diesem überlangen, verwirrten und kurvenreichen Bericht alle Sterne seht! Aber, das war ja meine volle Absicht, um mich zum Schluss meines Amtes noch so richtig unbeliebt zu machen!

Deshalb höre ich jetzt hier auf und lache mir mal kräftig ins Fäustchen! Übrigens, das wollte ich dann schon noch sagen: ich habe das Amt gerne ausgeführt, und daran seid alleine Ihr schuld! Denn Ihr seid einfach eine glatte Bande!

 
-Punkt -